
… mittlerweile ist es Juni und ich habe 2026 exakt einen Beitrag veröffentlicht. Ich werfe hiermit meine Blogplanung über den Haufen und verabschiede mich von vermeintlicher Perfektion – hier ab jetzt das – mein – „echtes“ Leben (ihr wisst ja, es sind immer nur Ausschnitte).
Zum Erwachsen-sein gehört es auch, sich seinen Ängsten zu stellen, richtig? Richtig. Mit Ängsten verhält es sich nur leider so, dass sie weder zwangsläufig rational und realistisch sind, noch so, dass man sie überwindet, indem man sie verdrängt. Fällt einem nur irgendwann auf die Füße, ich spreche aus Erfahrung.
Vor etwa zwei Jahren habe ich mich dazu durchgerungen doch mal meinen Führerschein zu machen. Ich war jahrelang der festen Überzeugung, in einer Großstadt wie Berlin brauche ich weder Führerschein noch Auto. Und das mag vielleicht sogar stimmen (ziemlich sicher) und doch habe ich mich 2023 entschieden meinen Führerschein zu machen und ihn im Juli 2024 auch bestanden. Knapp zwei Jahre Führerschein und quasi keine Fahrpraxis später, weil ich nach einem doofen Fehler (der btw. den meisten Autofahrer:innen bereits passiert ist) habe ich ziemliche Angst vorm Autofahren.

Das Problem beim Autofahren ist nämlich, selbst wenn man selbst noch so defensiv fährt, sich an die Straßenverkehrsordnung hält und wirklich aufmerksam und achtsam unterwegs ist … gilt das eben leider nicht für alle anderen Verkehrsteilnehmer:innen. Und die Verantwortung, die mit der Entscheidung Auto zu fahren einhergeht, wiegt ziemlich schwer – vor allem in einer Stadt wie Berlin, in der man eben nicht darauf angewiesen ist, es aber genug andere Leute gibt, die die StVO eher als Richtlinien denn als Regeln verstehen. Um meinen Fahrlehrer zu zitieren: „Hältst du dich in Berlin an die Geschwindigkeitsbegrenzungen, bist du ein Verkehrshindernis.“

Allerdings war mein Führerschein eine ziemlich teure Investition und erwachsen zu sein, bedeutet auch sich seinen Ängsten zu stellen – also bin ich seit mittlerweile knapp 1,5 Wochen Gebrauchtwagen-Besitzerin und werde mich meiner Angst stellen und sie in einen gesunden Respekt vor der Verantwortung verwandeln. So zumindest der Plan.
Bisher begrenzt sich dieses „Mich meiner Angst stellen“ zwar darauf das Auto einzurichten (sorry, aber wenn das jetzt meins ist, muss es auch nach mir aussehen – Leomuster auf den Fußmatten war ein MUSS!) und mich um den lästigen Papierkram zu kümmern.
Ein großer Kritikpunkt an meiner Fahrschule – bzw. eigentlich Fahrschulen im Allgemeinen – ist, dass man in einem absolut modernen Auto mit jeglichem Schnick-Schnack (also der neuesten Technik) lernt und sich i.d.R. kein Fahranfänger so ein Auto leisten kann bzw. sollte. Meine kleine Toyota (ja, I know, liest sich falsch, ABER:), die vom kleinen Raben den Namen „Hoppetosse“ (ja, Pippi Langstrumpf) bekommen hat, ist 16 Jahre alt und hat quasi keinen Schnick-Schnack (dafür aber unglaublich viele Fächer – was ich fast praktischer finde) und muss deshalb noch ein paar kleinere Updates über sich ergehen lassen.
Nach erfolgreichem Nachrüsten einer Rückfahrkamera (Berliner Parklücken sind echt WINZIG!), geht´s dann endlich los – ganz sicher! Fühle mich jetzt auf jeden Fall etwas erwachsener. Und ihr so? Auch Angst vorm Autofahren?




